Montag, 22. Februar 2016

Schwierige Situationen

Ich möchte kein komplett perfektes Auslandsjahr vorheucheln. Natürlich ist nicht immer alles einfach oder aufregend. Dieses Wochendende wurde ich mit einer Situation konfrontiert, welche meine Schwächen zum Vorschein brachte. Nach der Sommerpause und einer Woche Training stand das erste Hockeyspiel der Saison bevor. Allerdings nicht mit demselben Team, mit dem ich das erste mal gespielt habe. Das letzte mal waren wir eine kleine Anfängergruppe die gegen andere Anfänger gespielt haben. Kleines Spielfeld, wenige Spieler die sich gegenseitig brauchten und den selben Leistungsstand hatten. Dieses Mal wurde ich etwas ins kalte Wasser geschubst. Ein eingespieltes, erfolgreiches Team mit jahrelanger Erfahrung. Das Spielfeld 4 mal so groß, jeder spielt in seiner festen Position. Mag einfacher klingen. Alle spielen super, höhere Gewinnchance. Aber darum geht es nicht. Ich bin jemand, der sich gerne Herausforderungen stellt und alles gibt. Wenn mir dies aber nicht möglich ist, kommen meine Ungeduld und mein Ehrgeiz zum Vorschein und ich ärgere mich über mich selbst, Deprimierung.
Nun war es so, dass ich im Spiel nicht einmal den Ball bekam, hilflos hin und her rannte ohne wirklich zu wissen, was zu tun war und auch nicht wirklich gebraucht wurde. Die hektischen Tipps mittendrin von allen Seiten haben das ganze nicht einfacher gemacht. Ich war verwirrt, kam mir völlig blöd vor. In solchen Momenten vermisse ich sehr die Zeit mit meinem Pferd. Meine Gastfamilie ist mit Hockey aufgewachsen. ALLE spielen oder haben gespielt. Ich wurde dort mehr oder weniger mit reingerissen. Natürlich ist so ein Auslandsjahr super um neue Leidenschaften und Sportarten zu entdecken, etwas neues auszuprobieren, da ich ja nun seit dem ich denken kann immer am Pferd rumtüddel. Aber damit bin ich groß geworden! Das ist meine Leidenschaft. Das ist was ich kann, was ich mein Leben lang täglich mache. wo mir keiner sagen brauch was zu tun ist. Und ich muss sagen, dass ich all das so unglaublich vermisse! Das Reiten gibt mir Sicherheit, Heimatgefühl, alles was ich brauche. Nie in meinem Leben wurde ich mit einem Ball jeglicher Art oder Teamsport konfrontiert, abgesehen vom Sportunterricht und meiner kurzen Fußballphase, die aufgrund meines mangelnden Talents schnell zuende war. Trotz allem macht Hockey mir sehr viel Spaß. Ich bin gerne beim Training (5 mal 2 std pro Woche!!) und weiß, dass ich mich schon deutlich verbessert habe und noch viel lernen werde. Dennoch merke ich gerade sehr deutlich den Unterschied zwischen Leidenschaft und Sport. Der Gedanke daran Zeit im Stall mit meinem Pferd zu verbringen zieht viel Heimweh mit sich, obwohl ich auf der anderen Seite Panik bekomme, wie wenig Zeit mir hier noch bleibt. Ein hin und her von Gedanken und Gefühlen. Aber auch diese Situation werde ich ins positive umwandeln um meine Ungeduld zu bremsen und mir mehr Zeit zu geben

Dienstag, 19. Januar 2016

Familienurlaub in Brasilien

Ich durfte mit meiner Familie eine Woche in Brasilien verbringen! 
Hier ein kleiner Reisebericht:
Am Sonntag, dem 10. Januar ging es früh mit dem Auto & 6 Leuten los. Meine Eltern, meine 3 Schwestern und ich, die Jungs sind Zuhause geblieben. Insgesamt hatten wir 14 Stunden fahrt vor uns. Durch Argentinien & über Uruguay ging es nach Brasilien. Nach 10 Stunden fahrt haben wir uns in Brasilien an der Grenze nach Uruguay eine Pension gesucht, die Nacht dort verbracht und sind am nächsten Morgen nach einem himmlischen Frühstück weitergereist. Nach ca. 5 Stunden sind wir dann so gegen 13 Uhr in Cassino (Rio Grande do Sur) angekommen & haben uns dort ein kleines Haus direkt gegenüber vom Strand gemietet. Die Tage haben wir ganz entspannt am Strand verbracht, waren im Meer, haben Strandspiele gespielt, sind spazieren gegangen & haben uns gesonnt. Der Strand hat mich ziemlich an Juist erinnert, typisch Nordsee. Das Wetter war durchgehend warm, aber auch sehr windig. An 2 Abenden sind wir ein bisschen in der "Stadt" spazieren gegangen. Überall Stände wo Essen, Kleidung oder andere Sachen verkauft wurden, sehr schön und ruhig. Samstag Morgen sind wir weiter nach Chui gereist. Das ist ein Ort in Brasilien & Uruguay, der durch die Landesgrenze getrennt wird. Den ganzen Samstag haben wir damit verbracht eine Unterkunft zu suchen, diese gegen 19 Uhr dann auch gefunden. Das Dorf heißt Barro Chuy, und liegt in Brasilien. Am Sonntag sind wir dann nach Chui gefahren, eine lange Straße mit vielen Geschäften, nichts besonderes. Doch! Eine Straßenseite mit vielen Freeshops gehört zu Uruguay. Die andere zu Brasilien. andere Währung, andere Sprache, eine Stunde Unterschied, 2 verschiedene Länder und doch derselbe Ort. Schon irgendwie verrückt. In den Freeshops habe ich erstmal ordentlich zugelangt. Schuhe, Bikini, Shorts, Parfüm & ein neues Handy, welches aber wirklich nötig war. Nebenbei habe ich erstaunlich viele deutsche Produkte entdeckt. Haribo, Jägermeister, Milka, sogar die Karamellbombons von Werther! allerdings eine Tüte für 6 Dollar. Heinzketchup, die Kosmetikmarke Essence, ...
Am nächsten Morgen  ging es wieder nach Hause, wir sind gut angekommen & die Jungs haben uns erstaunlicherweise mit einem sauberen Haus & Asado empfangen, das soll vorher noch nie passiert sein! :)
Was mir bewusst geworden ist, ist welche Bedeutung Europa hat. Überwiegend dieselbe Zeitzone, dieselbe Währung, kein Zoll (auf dem Rückweg haben wir insgesamt 70!!! Euro bezahlt). Dafür sind die Länder hier aber nicht so angeglichen und die jeweilige Kulturen sind deutlich zu erkennen. 

Ein sehr schöner Urlaub. Absolute Entspannung mit dieser durchgeknallten Familie.. ;)


Das himmlische Frühstück, Mmmmmhhh....!!


Der Fensterausblick auf den Strand




Alle schwarz & ich so....

Ich liebe Freeshops!!

Cassino♥


Sonntag, 3. Januar 2016

Festtage mal anders

Ich habe mein erstes Weihnachtsfest ohne meine Familie verbracht. Es war komisch, aber ich bin froh, so in eine andere Kultur eintauchen zu dürfen. Der Tag verlief normal, ein paar Vorbereitungen, Nachmittags habe ich mit meiner deutschen Familie über Skype gekniffelt, das war das Finale meines Adventskalenders. Für das Abendessen habe ich dann den berühmten Takkosalat gemacht, sogar mit selbstgemachten Röstzwiebeln, weil es die hier nicht zu kaufen gibt. War ganz nice. Fertig gemacht haben wir dann gegen halb 11 mit der Familie gegessen. Es gab ein halbes Schwein und dazu Salate, sehr lecker. Danach wurden verschiedene Süßigkeiten serviert, die typisch für Weihnachten sind. Um 12 haben wir gemeinsam angestoßen und sind aufs Dach gegangen, um die Feuerwerke zu bewundern. Anschließend ging es zu Verwandten, dort wurde allen frohe Weihnachten gewünscht. Danach gehen viele noch feiern. In Discos, oder in den Straßen, wo sich viele versammeln. Wir sind mit Freunden ruhig Zuhause geblieben und haben dort ein bisschen getrunken, und viel gequatscht, war so auch mal ganz schön. Am nächsten Tag haben wir Asado gegessen, und waren mit der ganzen Familie am Pool, Nachmittags habe ich Vanillekipferl und Plätzchen gebacken, n bisschen Heimat war dann doch nötig. Die Nacht habe ich mit meinen Schwestern und Freunden im Parque Espana verbracht, ein sehr schöner Park am Fluss, wo sich viele treffen um Mate zu trinken, etwas zu essen und den Tag ruhig zu verbringen. Die folgenden Tage wurden hauptsächlich Zuahuse im Pool verbracht, da bei der Hitze sonst nichts aushaltbar ist. Jeden Tag waren Verwandte zu Besuch, immer volles Haus! Den vorletzten Tag des Jahres haben wir mit unserer "festen Freundesgruppe" am Pool einer Freundin verbracht, Und uns in der letzten Nacht vom Jahr 2015 verabschiedet. Unsere Gruppe besteht aus 8 Leuten, 3 Jungs, 5 Mädels, im Alter von 16-20. wir machen alles zusammen und mit denen kann man über alles reden! Es war ein sehr schöner Tag, der morgens um 5 endete und um 8 wieder begann... Silvester verlief sehr ähnlich wie Weihnachten, nur dass wir mit unseren Freunden nach Roldan, ein Nebenort gefahren sind und dort gefeiert haben. So viel zu meinen einzigartigen Feiertagen, Mein Vorsatz für 2016: 15kg abnehmen, wieder ins Fitnessstudio gehen, mein Auslandsjahr entspannt zu Ende zu bringen und es zu genießen und anschließend wieder in mein altes Leben zurückschlüpfen. Allerdings habe ich auch schon wieder 2 weitere Reisepläne für 2016, meine hier beste Freundin, die in 2 Wochen nach Italien zurückfliegt, feiert im August ihren 18. Geburtstag und im Dezember ist der Abschlussball meines Jahrgangs in Argentinien. Leider ist an beiden Daten Schule. So schnell bindet man sich an andere Länder.
Ein frohes neues Jahr an alle! 

Weihnachten in Kurzzusammenfassung

Silvester

Parque Espana

Die letzte Nacht 2015

Parque Espana

Buenos Aires, eine wunderschöne Hauptstadt!

So, ich muss sagen, dass ich echt selten dazu komme, hier etwas zu schreiben. Ein paar Tage vor Weihnachten durfte ich Buenos Aires kennen lernen und ich bin fasziniert von dieser schönen Stadt. Mit meiner ältesten Schwester (Ayelen, 26), meinem Vater und einem Mädchen aus Kanada (Laurence, 23) sind wir nach ca. 3 Stunden Fahrt in Tecnopolis angekommen. Das ist ein Teil von Buenos Aires, wo Verwandte wohnen. Dort haben wir übernachtet. Um kurz über die Kanadierin zu erzählen, sie war die erste Austauschschülerin, die meine Familie hatte. Dies ist nun 6 Jahre her. Sie hat eine Woche lang als Überraschungsbesuch bei uns verbracht, wir haben uns sehr gut verstanden und es war schön zu sehen, wie Wilkommen sie jederzeit ist. Den Tag unserer Ankunft haben wir im Haus der Verwandten verbracht, gequatscht und uns ausgeruht. Nachmittags haben wir Laurence am Flughafen verabschiedet und bei mir kamen einige Erinnerungen meiner ersten Stunden in Argentinien hoch. Am nächsten Morgen sind wir dann ins Centrum von Buenos Aires gefahren, leider konten wir fast nirgendwo aussteigen und haben die Tour im Auto verbracht, weil es unmögich war, irgendwo zu parken. Dennoch war ich hin und weg! Auf dem Weg sind wir in der Nähe vom Hafen vorbeigefahren und selbst dort gibt es Villas! Das sind die zusammengebastelten kleinen Hütten, in denen der Teil der armen Bevölkerung wohnt. Und davon gibt es in Argentinien unglaublich viele, aber dass selbst dort welche sínd, hätte ich nicht gedacht. Am meisten fasziniert hat mich die Avenida 9 de Julio, das ist die breiteste Straße der Welt. und es herrscht einfach total das Großstadt/Weltmetropolen-feeling. Wir sind an einigen großen Gebäuden vorbeigefahren, zum Beispiel am Haus des Präsidenten, der gerade vor Ort war. Es war sehr viel auf einmal und ich freue mich, dass wir das ganze nochmal in Ruhe besichtigen werden, wann weiß ich noch nicht.



Avenida 9 de Julio






Montag, 7. Dezember 2015

Argentinien in meinem Herzen

Ich kann nach 3 1/2 Monaten sagen, dass ich Argentinien mit allen Schönheiten & Macken in mein Herz geschlossen habe. In diesem Land ist wirklich alles möglich! Und um so schwerer ist es für mich, an die Zukunft zu denken. Einerseits fühlt es sich an, als wäre ich schon viel länger hier und andererseits vergeht die Zeit so schnell. In wenigen Tagen ist das Jahr vorbei und was bleibt mir dann noch? Ruckzug ist mein Abenteuer vorbei. Aber trotzdem vermisse ich meine Familie und mein Leben in Deutschland sehr. Ich bin hin- und hergerissen von Gefühlen. Gerade jetzt in der Weihnachtszeit ist das Heimweh stark. Die durchgehenden Temperaturen von über 30 Grad und der Gedanke an Weihnachten passen einfach gar nicht zusammen und ich bin überhaupt nicht in Stimmung. Es ist total komisch, vorallem ohne die wirkliche Familie zu sein. Trotzdem freue ich mich, ein so anderes Weihnachtsfest erleben zu dürfen, anders heißt ja nicht schlecht. Und ich bin schon sehr gespannt. 

Mit meiner Familie verstehe ich mich super, und auch bei meiner 1. Familie war ich schon wieder 2 mal zu Besuch, ich denke die Entscheidung früher zu wechseln war sehr gut. Ich bin nun aktiv im Hockey unterwegs und hatte vor 2 Wochen mein erstes Spiel, welches sehr viel Spaß gemacht hat. Außerdem habe ich jetzt bis März Ferien, den ganzen Sommer über. 
Die letzten 2 Schulwochen wurden "Abschlussarbeiten" geschrieben, so wie jedes Schuljahresende. Das Notensystem geht hier von 1-10. 10 ist das Beste und ab 6 hat man bestanden. Auch ich habe diese mitgeschrieben, aber etwas leichtere Aufgaben erhalten. Meine Arbeiten vielen alle mit 8-10 aus, abgesehen von 2 Fächern, in denen ich exakt dieselbe Arbeit wie alle erhalten habe. Dort gab es für mich 6 und 7,5 Punkte. Ist aber total super, weil die Arbeiten nicht einfach waren und ich trotzdem besser als einige andere war. Ja. und in Mathe hatte ich nen kompletten Blackout, der mir 2 Punkte gebracht hat... macht aber nichts, meine Arbeiten zählen nicht. Zumal Mathe hier komplett anders ist. Egal, haha 
Mit diesen 2 Punkten in Mathe zieht meine Familie mich hier immer wieder voll auf :D :D aber ok, muss ich mit klarkommen :P
Am ersten Abend in meiner neuen Familie waren wir bei der Fiesta de los disfraces, (Kostümparty), die jedes Jahr im Sport Club stattfindet, in dem mein Vater ebenfalls Hockey trainiert. es war unglaublich! über 7500 Menschen, eine der wenigen Partys von der man sich wünscht, dass sie nie endet. Wir haben noch getanzt als es schon hell war.
Die folgende Woche waren dann die Colectividades, eine Art Kulturenfest. Dort wurden in verschieden Zelten Länder präsentiert, mit Essen, Tänzen und anderen kulturellen Dingen. Deutschland war ebenfalls vertreten, wie immer wurde aber leider eher Bayern präsentiert... Generell war dies aber eine sehr schöne Veranstaltung und ähnlich strukturiert wie Domweih oder der Freimarkt.
Jedes Jahr findet am Monumento ein Banderazo statt. Dort treffen sich alle Schüler, die das 4. Schuljahr beendet haben und ins 5., und somit ins Abschlussjahr kommen. Man sagt, dass sie den letzten 1. Schultag feiern, wobei das ganze aber am Ende des Schuljahres stattfindet. Die Schüler machen sich T-shirts, die komplett bunt sind und die Auschrift "Bariloche" tragen. Das ist ein Ort im Süden Argentiniens, wo alle Klassen ihre Abschlussfahrt verbringen. Hier wird von nichts anderem geredet. Bariloche, Bariloche, Bariloche. Mit bemalten Bettlaken, Schaumsprühdosen und allem möglichen Kram geht es dann zum Monumento. Und dort wird randaliert! :D Das ganze ist wirklich witzig, da die Schüler komplett durchdrehen, ist aufgrund der Lautstärke und der Hitze aber nicht länger als 3/4 Stunden auszuhalten.

Am letzten Donnerstag hatte ich die Ehre, die Deutsche Frauen National-mannschaft im Hockey treffen zu dürfen, da sie für ein Turnier gerade in Rosario sind. Ich finds ganz witzig, dass ich auf die andere Seite der Welt reisen muss um zu erfahren dass wir eine Nationalmannschaft im Hockey haben und diese anzutreffen. Die Männer spielen übrigens gerade in Indien um den Weltmeistertitel. 
Von gestern bis heute war ich auf dem Geburtstag von einem anderen Deutschen Mädchen aus Berlin, meine Flugzeug-Nachbarin. :) 
Ihre Familie hat ein Ferienhaus in Esther, wo sie gefeiert hat. Es war ein ruhiger und sehr, sehr schöner Geburtstag. Wir haben im Pool gefaulenzt, viel gequatscht, und natürlich gegessen. Außerdem habe ich etwas über Chinesisch und Thailändisch gelernt. In beiden Sprachen existiert keine Grammatik. Und ich muss sagen, dass ich großen Respekt vor Joanne und Tap habe, dass sie sich trauen Spanisch zu lernen. Ich denke keiner von uns kann sich vorstellen, wie schwer das sein muss. Außerdem sprechen Chinesen das R wie ein L, und hier wird das R sehr viel benutzt! 

Adventskalender für meine Familie
Ich habe sehr lange überlegt, wie ich meiner Familie eine weihnachtliche Freude machen kann. Ich kann nichts schicken, weil es letztendlich vermutlich eh nicht ankommt und viel Geld habe ich auch nicht. Also habe ich eine Art virtuellen Adventskalender erstellt. In einer WhatsApp-Gruppe erhalten meine Liebsten abwechselnd jeden Tag eine Kleinigkeit. Zum Beispiel habe ich hier Gulasch gekocht, und Maria hat mich dabei gefilmt. Dieses Video hat Mama dann erhalten und sich köstlich amüsiert. Oder 15 Fakten über ein Familienmitglied aufzuschreiben und davon ein Bild zu schicken, einen kleinen Comic über die Freundschaft mit meiner besten Freundin zu malen, eben alles virtuell. Aber ich denke es erfüllt meine Absicht, mit kleinen Aufmerksamkeiten ein Lächeln zu zaubern. Auf meine Familie warten noch viele witzige und auch leicht fiese Überraschungen ;)

Der Aftermovie der Kostümparty: 
https://www.facebook.com/ccup.fiestas/videos/1034904156531749/




 Las Colectividades mit Maria, legger legger

Italia


♥♥♥


El Banderazo


Mein 1. Hockeyspiel

Mitglieder der Nationalmannschaft, super coole Frauen!



































































































































































Mittwoch, 4. November 2015

Familienwechsel

Ich werde am Samstag umziehen. Es ist nichts schlimmes passiert & es geht mir gut!
Das ganze ist etwas komplizierter, hier also die ganze Geschichte...

Als ich vor etwa einem Monat aus der Schule kam, und ganz normal beim Mittagessen saß, fing meine Gastmutter plötzlich an mir zu erzählen ...weißt du, als wir die Bewerbungspapiere als Gastfamilie ausgefüllt haben, haben wir die Aufnahme einer Schülerin für 6 Monate angegeben. Und als wir deine E-mail erhalten haben, in der du dich uns vorgestellt hast und meintest, dass du dich sehr auf das Jahr mit uns freust, haben wir uns gewundert und sofort deiner Organisation Bescheid gegeben, dass das ein Missverständnis sein muss, und sie dich aufklären müssen, aber sie haben dich nie informiert... So saß ich da, hab meiner Gastmutter zugehört und langsam realisiert was sie mir möglicherweise versucht zu sagen. Als sie fertig war fragte ich nur sehr unsicher, heißt dass, das ich nach 5 Monaten die Familie wechseln muss? -Ja.
Danach sagte sie mir noch eine Menge, wie: es tut mir leid dass du das jetzt erst erfährst, ich habe die ganze Zeit darauf gewartet dass deine Kontaktperson dir das sagt, da es die Aufgabe von ihnen ist und ich dachte es ist besser für dich wenn du das erfährst nachdem du dich ein bisschen eingewöhnt hast, es ist eine tolle Erfahrung für dich und natürlich werde ich dich nicht alleine lassen... 
Ich habe aber längst nicht mehr wirklich zugehört, in diesem Moment brach eine Welt für mich zusammen. Das mag übertrieben klingen, ist aber wahr. Ein Gefühlschaos von Angst, Trauer, Wut und sehr viel Unsicherheit, das Verlangen nach MEINER Mama, MEINER Familie die mich auffängt und ich weiß das alles gut wird, weil sie da ist. Ich war komplett durcheinander und dachte nur: Ich will hier nicht weg!! Ich war so verdammt wütend auf meine Organisation, die mir tatsächlich nicht ein Wort gesagt hat, ich konnte mich nie auf einen Wechsel vorbereiten, und sowas ist keine Kleinigkeit, zumal die Organisation zu diesem Zeitpunkt natürlich keine Ahnung hatte, in welcher Familie ich danach leben werde.
Ich habe direkt mit Mama telefoniert, total am heulen und stinksauer. Es war schön, meinen Gefühlen in meiner Muttersprache freien Lauf zu lassen und ihre aufbauenden Worte zu hören. Dennoch hätte ich meine Familie in vollem da sein gebraucht. Meiner Gastmutter gegenüber habe ich gesagt, mir geht es gut. Ich muss das nur erstmal verarbeiten und ich war auch nicht sauer auf meine Familie. Es ging mir aber gar nicht gut. Die Tage danach habe ich viel geweint und aus Trauer wurde immer mehr Wut. Auf meine Organisation, und immer mehr ebenfalls auf meine Familie. Ich fühlte mich verraten. Ständig haben wir über Pläne geredet für den Sommer, für das ganze Jahr. Keiner hat was gesagt !
Auch als meine Kontaktperson erfahren hat, dass ich nun Bescheid weiß, hat sie sich nicht einmal bei mir gemeldet um sich zu entschuldigen. Als sich sie gefragt habe wieso sie mir nie etwas gesagt hat meinte sie, sie hatte keine Ahnung dass ich das nicht wusste, sonst hätte sie mir natürlich Bescheid gesagt. Meine Gastmutter hat aber mehrfach mit ihr geschrieben, und sie aufgefordert, mir davon zu erzählen. ich weiß nicht wer, aber irgendwer hat mich da eiskalt angelogen und ich tippe auf meine Kontaktperson. 
Das ganze Missverständnis kam vermutlich so Zustande, dass das Haupt-Büro der Organisation in Buenos Aires meine Papiere für 1 Jahr, und die Papiere der Familie für 6 Monate hatte. Da normalerweise keine 1-Jahres-Schülerin zu einer Halbjahresfamilie geschickt wird, dachte sich das Büro wohl, Hm. Muss `n Fehler sein, haben nicht weiter drüber nachgedacht und aus dem Halbjahr einfach ein ganzes Jahr gemacht. Man kanns ja auch so einfach haben..! Naja. Lange Geschichte, kurzer Sinn. Ich musste damit klar kommen, Basta.
Eine Woche später fragte meine Kontaktperson mich, ob ich früher wechseln wollen würde, wenn vorher eine Familie gefunden wird. Meine Antwort war nein, ich wollte ja am liebsten gar nicht gehen. Mit den Tagen dachte ich darüber nach und änderte meine Meinung, da ich mir eine richtige Familie mit einer festen Beziehung wünsche, und keine 2 Halbjahres Aufenthalte, denn so eine Beziehung braucht Zeit. Das gab ich so an meine Organisation weiter, und bekam von allen Seiten volles Verständnis. Nur meiner Gastfamilie sollte ich nichts sagen, war ja schließlich auch noch nichts fest. Letztendlich fand sich dann eine Familie in meiner Schule, die ab sofort Aufnahmebereit ist. Ist nun auch schon wieder 2 Wochen her, hat dann auch so lange gedauert, bis 2 Leute meiner Organisation heute dann mal endlich hier waren, um meine aktuelle Familie zu informieren. Diese 2 Wochen hatte ich so viel Angst, wie meine Familie darauf reagieren würde, ob sie dann doch keinen Kontakt mehr wollen, ich habe mir den Kopf zerbrochen! Letztendlich stieß ich auf totales Verständnis. Meine Mutter sagte mir dass sie weiß, dass dies das Beste für mich ist und sie nur das Beste für mich will. Zumal ich viel näher bei meiner Schule und meinen Freunden wohnen werde. Ihr glaubt nicht, wie erleichtert ich bin. Was mich sehr gerührt hat, dass meine Gastmutter erzählt hat, wie viel ihre Kinder in 2 Monaten von mir gelernt haben. Sie helfen mehr beim Tisch abräumen oder Essen machen, die kleinen essen seitdem auch mal Gemüse... und das war mir wirklich überhaupt nicht bewusst!
Außerdem sieht meine kleine Schwester (7j.) mich als richtige Schwester an, und ebenfalls hat meine andere Schwester (15j.) meiner Mutter erzählt, wie gern sie ihr Zimmer mit mir teilt und das ich für sie wie eine Schwester bin. Gerade das hat mich sehr gerührt und überrascht, da ich oft das Gefühl habe, sie zu nerven. Aber ihre Art ist einfach etwas einfacher, schwer zu beschreiben. Am Ende haben wir also heute beschlossen, den Umzug am Samstag durchzuführen.

Nun aber mal über meine neue Familie, 
die ich letzten Donnerstag kennengelernt habe und Samstag auch direkt mit den Schwestern feiern war: Eine riesige Familie, 5 Kinder, Elternpaar, 4 Haustiere und ein fester Freund
Miguel & Lucia, beide 49j. 
Lara - 17j. / Eugenia - 18j. / Ayelen - 26j. (Die Mädels)
Ezequiel - 23j. / Fernando 25j. (Die Männer, haha)
& der Freund von Lara, fast immer im Haus: Exequiel - 21j.
2 Hunde & 2 Katzen, (bis auf den großen Hund alle im Haus)
Die wohnen alle Zuhause, sind mit mir dann 9... und nein, das Haus ist nicht riesig! :D

Der Vater ist Hockeytrainer, die ganze Familie spielt Hockey und sind deshalb ständig zusammen unterwegs, ist wie bei uns Zuhause mit den Pferden. Ich hatte am Dienstag mein erstes Training und war etwas deprimiert, weil Hockey total schwer ist, aber dran bleiben!! Lara ist in meinem Jahrgang, aber im Kurs Soziales, in den ich vermutlich im kommenden Schuljahr wechseln werde. Eugenia macht dieses Jahr ihren Abschluss auf meiner Schule, Ayelen und Eze studieren, Fernando arbeitet in einer Metallfabrik. Miguel arbeitet in einem Krankenhaus mit Leuten, die zum Beispiel Drogenabhängig sind und Lucia arbeitet in einer Art Kindergarten für sozialschwache Familien. Außerdem hatte die Familie vor mir 4 Schülerinnen. Aus Kanada, Polen, Thailand und im letzten Jahr aus Deutschland, Köln. Zu allen besteht noch guter Kontakt. Ayelen und Eugenia waren in diesem Jahr ebenfalls für 2 Monate in Deutschland. In dieser Familie ist jeder wilkommen.
Letzen Donnerstag war ich das erste mal dort, Samstag waren wir feiern. Beim 2. zusammen-treffen hat mich der Vater direkt mit den Worten "Hola mi amor" begrüßt, total herzlich!! 
Ich verstehe mich mit allen super und denke dass ich dort sehr, sehr gut aufgehoben bin. 

So mache ich meine Erfahrungen in 2 völlig verschiedenen Familien, dennoch denke ich nicht, dass mir die eine jemals lieber als die andere sein wird, sie sind beide wundervoll und ich bin meiner jetzigen Familie für alles sehr, sehr dankbar!

So werde ich mit Tränen und Vorfreude mein jetziges Zuhause verlassen,
aber Abscheid heißt was neues kommt und noch bin ich ja nicht aus der Welt! :)

Sonntag, 18. Oktober 2015

Ein Familien-Wochenende in La Falda, Cordoba

Wie ich in meinem letzten Beitrag erwähnt habe, war ich von Freitag bis Sonntag mit der ganzen Familie in Cordoba, La Falda. Cordoba ist eine Nachbarprovinz von Santa Fe (wo ich lebe), und größtenteils sehr süddeutsch orientiert, da nach dem 1. Weltkrieg viele Deutsche dorthin ausgewandert sind. Ein Ort, Belgrano, ist ähnlich aufgebaut wie das Oktoberfest. La Falda ist eine Kleinstadt in Cordoba und liegt in den Bergen. Die Eltern meiner Gastmutter haben dort ein riesiges und wunderschönes Ferienhaus und fahren deshalb oft dorthin. Insgesamt waren wir 19 Leute. 3 Familien, jeweils 3 Kinder und die Großeltern.

Am Freitag morgen ging es um 8 Uhr mit dem Auto los, ich total aufgeregt, als wäre ich in meinem Leben noch nie gereist. Ein Szenario, das mir nicht mehr aus dem Kopf geht, waren 2 Pferde die wir auf der Autofahrt in den Bergen gesehen haben. neben der Straße befand sich Prärieartige Natur, die Pferde waren dort total frei am galoppieren, original wie bei Spirit (Pferdefilm). Einfach unglaublich schön!!
Gegen 13 Uhr kamen wir dann an diesem gigantischen Haus an, wirklich riesengroß, total ruhig gelegen und Wanderwege nach oben direkt vor der Haustür. Nach einer kleinen Hausbesichtigung und Stärkung nach der langen Reise sind wir spazieren gegangen (bergab), haben uns die schönen Häuser angesehen und sind einen Moment lang in einem kleinen Park geblieben. Zurük am Haus waren wir mittlerweile auch vollständig für Merienda (Kaffee trinken). Danach bin ich nochmal ganz entspannt mit ein paar Leuten spazieren gegangen. Übrigens sind wir nach dem ersten Spaziergang mit einem Hund zurück gekommen, nach dem zweiten mit 3!!!! So mussten wir die Tore des Grundstücks also schließen, da die Hunde echt lästig waren. Am Abend saßen wir zusammen in einem großen offenen Raum mit Karmin und vielen Sesseln. Alle Abende lang hat jemand Gitarre gespielt und manchmal wurde dazu gesungen oder getanzt. Total schön und familiär!! Anschließend gab es Abendbrot. Hähnchen, Kartoffelpüree und Tarta. Zum Nachtisch gab es Obstsalat & Pionono (Kuchenteig eingerollt mit Dulce de Leche). Alles mal wieder viel zu lecker! Abends saßen wir noch lange zusammen, haben Karten gespielt und geredet, bzw. ich habe versucht zuzuhören. 
Samstag wurde gegen 10 Uhr ganz entspannt gefrühstückt, danach sind meine Gastschwester, Cousine und Cousin und ich in den Bergen spazieren gegangen. Die Landschaft dort ist nicht sehr vielfältig und bunt, aber doch trotzdem irgendwie schön. Das Wetter war alle Tage super, am Samstag jedoch besonders schön. Als wir zurück kamen, wurde schon fleißig das Asado vorbereitet. Eine ganz typisch argentinische Grillmahlzeit, die in vielen Familien jeden Sonntag stattfndet. Dazu werden Salate gegessen. Zum Nachtisch gab es Crumble de manzana (ne art Apfelstreusel), leider ein bisschen verbrannt.., Pionono und Toffee Torta (flacher Kuchenboden, dulce de leche & harte Schokolade). Wie man vielleicht heraus hört, ist das Essen ein großer Teil der argentinischen Kultur. Nach dem Essen wurde Rugby gespielt, gequatscht oder in der Sonne gefaulenzt, natürlich mit Gitarrenbegleitung. Ich lag auf der Mauer, mit dem Gesicht schön in der Sonne und bin dabei eingenickt, und nun natürlich knallrot. Am Nachmittag sind wir in einen kleinen Vergnügungpark gefahren, haben die Aussicht genossen und sind auf so `ner Riesenrutsche mit Matten gerutscht. Das war superlustig, jedoch immer wieder unangenehm im Rücken, wenn man in den Wellen hochgeflogen ist.. :D  Wieder Zuhause nahm der Abend seinen Lauf, zu essen gab es Raviolis mit Salsa und zum Nachtisch das übrig gebliebene. 
Sonntag sind wir "Kinder" um 7 Uhr aufgestanden, Feliz dia de la madre, Muttertag. So haben wir ein superschönes Frühstück mit allem drum und dran vorbereitet. Ein Kompliment bekam ich für die "dekorierte" Butter,
danke Mama, deine Gene. ♥
Gegen 8/8:30 Uhr kamen die ersten zum Frühstück, natürlich überrascht und hellauf begeistert. Anschließend ging es zum Fernseher, da Argentinien im Viertel Finale der Rugby WM gegen Irland gespielt und 43:20 gewonnen hat . Somit ist der vorletzte Vertreter Europas raus. Ein sehr spannendes Spiel, vorher hatte ich ja nun nie was mit Rugby zu tun, wird hier aber viel gespielt. Ich gucke allerdings lieber zu... 
Dann wurden Sachen gepackt, noch ein paar Fotos gemacht, und ab gings nach hause.
Ich bin sehr glücklich, an diesem Wochenende Teil dieser tollen Familie gewesen zu sein. Eine total sympathische Runde. große Familie, großes Herz.

Belgrano

Ein kleiner Teil des riesen Aufenthaltsraumes


Salzburgo, eine Bar in der Nähe des Ferienhauses

Die wunderschöne Aussicht in den Bergen

Asado!!! Ziege & Würtschen

Man denkt man befindet sich schon so weit oben, aber geht ja noch viel höher...

Feliz dia de la madre!♥

Die Riesenrutsche, geplant war, zusammen zu rutschen.
 Meine Matte hat sich aber direkt verabschiedet.